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Es ist eine Auszeichnung, die erstmalig in Österreich vergeben wurde: Der Slow Food Wien Preis für Lebensmittelhandwerk, gesponsert von den Casinos Austria. Tradition, Qualitätsbewusstsein und handwerkliches Können stehen dabei im Mittelpunkt. „Wir wollen damit jene engagierten Bäcker und Bäckerinnen auszeichnen, die handwerk- liches Können und Tradition und damit die Vielfalt des Geschmacks bewahren.“ so Barbara van Melle, Leiterin Slow Food Wien. Slow Food Wien will mit diesem Preis auch auf den Niedergang traditioneller Fertigungs- techniken im Lebensmittelbereich aufmerksam machen. Denn die Industrialisierung der Lebensmittelproduktion hat auch vor dem Brot, einem der ältesten Grundnahrungsmittel, nicht Halt gemacht und die Zahl der Bäckereibetriebe ist in den letzten Jahren drama- tisch zurückgegangen. In fast allen werden Fertigmehlmischungen, computergesteuerte Sauerteige, Zusatz- und Konservierungsmittel verwendet.
Zum Bewerb eingereicht wurden Brote aus ganz Österreich, verkostet wurde je ein fri- sches sowie ein fünf Tage altes. Folgende Kriterien wurden von der Fachjury nach Schul- noten-System bewertet: Aussehen, Geruch, Reschheit, Geschmack. Die Juroren waren: Heinz Reitbauer (Patron Steirereck am Pogusch), Irene Pöhl (Inhabe- rin des Feinkostgeschäfts Pöhl am Wiener Kutschkermarkt), Ella de Silva (Küchenche- fin „Zum finsteren Stern“), Severin Corti (Journalist „Der Standard“), Barbara van Melle (Slow Food Wien) Slow Food Wien ist ein Convivium der internationalen Slow Food Vereinigung, die mit über 80 000 Mitgliedern in rund 140 Ländern vertreten ist. Slow Food setzt sich seit vielen Jahren vor allem für folgende Kriterien ein: Gut, sauber und fair - so sollen Lebensmittel sein. Sie sollen herausragend schmecken, ökologisch und nachhaltig produziert sein und den ProduzentInnen einen fairen Preis einbringen. Der Bewahrung von traditionellem Lebensmittelhandwerk, sowie der Sorten- und Artenvielfalt kommt dabei besondere Bedeutung zu.
Preisträger und Brote:
Platz 3: Roggenbrot der Bäckerei Pölzelbauer
Denise Pölzelbauer ist mit 25 Jahren die jüngste Bäckermeisterin Österreichs. Ihr Brot wird nach traditionellem Familienrezept zubereitet und im 130 Jahre alten Steinofen ge- backen. Die Zutaten: 95% biologisches Roggenmehl, Natursauerteig aus eigener Her- stellung, Kümmel, Fenchel, Salz und Wasser – alles zusammen verarbeitet nach der Lehre der fünf Elemente aus der Traditionellen Chinesischen Medizin.
Bäckerei Pölzelbauer Hauptstraße 23 2823 Brunn an der Pitten
Platz 2: Roggenbrot der Bäckerei Schrammel Das Wiener Traditionsunternehmen wurde 1951 gegründet, 55 Mitarbeiter sind heute in dem Familienbetrieb mit Produktionsstandort im vierten Bezirk beschäftigt. Das Brot: Eines der wenigen eingereichten Brote aus 100% Roggenmehl. Der selbst erzeugte Sau- erteig wird in 3-Stufen geführt, jede Stufe reift mehrere Stunden bei einer bestimmten Temperatur, wobei in jeder Stufe die gewünschten Organismen gefördert werden. Ohne Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker, gebacken im traditionellen Steinplat- tenofen.
Bäckerei Schrammel Paniglgasse 17a 1040 Wien
Platz 1: Waldbauern-Flade der Bäckerei Kasses
Bäckermeister Erich Kasses ist ein wahrer Künstler seines Fachs, der in seiner Bäckerei in Thaya/Thaya, NÖ fast 30 Sauerteige kultiviert, viele davon in selbstgezimmerten Lär- chenholzfässchen. Zwei davon hat er zum Siegerbrot vereint: Schwarzroggen und Bio- Waldstaude. Dieser Ur-Roggen wurde bis zum 19. Jahrhundert in Österreich angebaut, bis er fast zur Gänze verschwunden war. Heute wird er von einigen Biobauern des nörd- lichen Waldviertels wieder kultiviert. Das Waldstaudekorn macht das Brot dunkler, aber auch saftiger als herkömmlicher Roggen und es gibt ihm seinen einzigartigen, urtümli- chen, fast mystischen Geschmack. Bäckerei Kasses Hauptstraße 11 3842 Thaya
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