Home Arche des Geschmacks Essen, was man retten will!
Österreichs Produktvielfalt ist bei der "Arche des Geschmacks" der internationalen Slow Food Organisation angekommen.

Die Slow Food Organisation mit italienischem Ursprung hat sich zu einer der größten internationalen Organisationen entwickelt, welche sich um faires und gutes Essen kümmert. Die fast 100.000 Mitglieder, die sich in ihrer Funktion gegenüber den Landwirten immer häufiger als Koproduzenten sehen, gestalten in den verschiedensten Ländern die Entwicklung von Landwirtschaft, Gastronomie und dem Lebensmittelangebot durch ihre Philosophie ("essen  was man retten will") in immer größerem Ausmaß mit.
Auf der anderen Seite werden von Slow Food geprägte Begriffe wie Biodiversität, biologische Vielfalt und Regionalität immer aktueller - hauptsächlich im Marketingbereich - begleitet von der weiter rasant abnehmenden Artenvielfalt im Pflanzen- und Nutztierbereich.

Jodok Felder  robert strasser  riebelmais

Slow Food hat mit der "Arche des Geschmacks" eine Antwort gefunden, welche international umgesetzt und gelebt wird. Grundlage bietet die simple Idee, dass man gute schmeckende Lebensmittel die man retten will, ganz einfach essen muss.

Regionale Lebensmittel, Nutzier- und Nutzpflanzenarten deren Betreuungs- und Herstellungsaufwand unter den derzeit gegebenen Marktbedingungen schwer in den Preis einkalkulierbar sind, sollen unter dem Dach der Slow Food Bewegung wieder den ihnen zustehenden Stellenwert erlangen.

Bei der letzten internationalen Slow Food Käsemesse (September 2007, Bra, Italien) fanden sich die Besucher in einem unglaublichen Käseparadies wieder. Hunderte Kleinbauern und Genossenschaften fuhren mit ihren (Rohmilchkäsen) auf. Archeprodukte konnten sich zum Beispiel durch die reine Grasfütterung der Kühe kombiniert mit der traditionellen Erzeugung auszeichnen. Wie bereits ein Jahr davor, auf der zweiten großen Slow Food Messe (Terra Madre, Turin) waren fast alle europäischen Länder mit Arche- und Förderkreisprodukten vertreten, nur Österreich hat gefehlt.

Warum ist die "Arche des Geschmacks" und die damit verbundenen Auszeichnungen (Archeprodukt, Förderkreisprodukt) so wichtig? Gibt es in Österreich nicht bereits genügend Produktlabels? Keine Produktlabel unterstützt die traditionelle, regionale Herstellung und zeichnet die damit verbundene handwerkliche Arbeit aus. Alle bei uns bekannten Labels sind sowohl auf Erzeugnissen von Kleinbauern als auch auf industriell erzeugten Lebensmitteln zu finden. Die "Arche des  Geschmacks" schließt genau diese Lücke. Mit dieser Auszeichnung kann der Mehraufwand bei der Erzeugung belohnt werden und die traditionellen Herstellungsmethoden können so erhalten bleiben.

Seit zwei Jahren wird nun auch in Österreich an diesem internationalen Projekt mitgearbeitet. Durch die Zusammenarbeit von Slow Food Wien, Arche Noah und Arche Austria unter dem Dach von Bio Austria wurde das österreichische Archeprojekt ins Leben gerufen und die ersten Produzenten wurden eingeladen ihre Produkte einzureichen.

Nach nun fast zwei Jahren Arbeit wurden die ersten Förderkreis- und Archeprodukte von der internationalen Archekommission in die Liste der wertvollen "Arche des Geschmacks" aufgenommen.

Bereits letztes Jahr wurden der Elsbeerenschnaps und der gemischte Wiener Satz als Förderkreisprodukte und das Sulmtaler Huhn als Archeprodukt ausgezeichnet.

Neu dazugekommen ist der Bregenzerwälder Bergkäse, der sich als erster österreichischer Käse in die "Arche des Geschmacks" einreihte. Erzeugt wird dieser Bergkäse von den Käseproduzenten Jakob Lingg (Schoppernau), Jodok Felder (Andelsbuch) und Arthur Gasser (Au), die ihre Rohmilch immer noch nach alter Bregenzerwälder Tradition mit Kalbsmagen (von den eigenen mit Muttermilch gefütternten Kälbern) eindicken und Ihre eigenen Kulturen verwenden. Diese handwerkliche Tradition lebt immer noch im Bregenzerwald und es werden die Kleinstbetriebe die Bergkäse nach traditioneller Bregenzerwälder Art erzeugen auf etwa 120 Höfe geschätzt. Ein weiterer Käser der seinen Käse erfolgreich einreichen konnte ist Robert Strasser aus dem Innviertel in Oberösterreich. Sein "Abgereifter" ist vergleichbar mit dem Tiroler Graukäse oder dem "Gelunder" aus Kärnten. Robert Strasser veredelt die Kuhrohmilch unverändert wie es bereits sein Großvater gemacht hat und es steht immer noch der gleiche Steintrog in der Käserei. Viel Handarbeit und Leidenschaft fließen in die Produktion.

Weiters wurden in die "Arche des Geschmacks" der Vorarlberger Riebelmais, der Lungauer Tauernroggen, die Kerbelrübe, der Weingartenpfirsich, der Weingartenknoblauch und die Radieschensorte "Asperner Riese" aufgenommen.

Viele dieser Produkte sind regional bekannt und geschätzt. Wer hätte aber gedacht, dass der begehrte Safrankrokus zwischen dem 12. Und 19. Jahundert in Österreich angebaut wurde? Der Safran aus Niederösterreich wurde sogar lange Zeit aufgrund seiner hervorragenden Qualität und Reinheit in der botanischen und pharmazeutischen Literatur unter dem Namen "Crocus austriacus" als der beste in Europa erhältliche Safran genannt und in den damaligen Schriften zu den berühmten Spezialitäten des Kronlandes gezählt. Der Niederösterreicher Bernhard Kaar hat sich der Wiederbelebung des Safrans gewidmet und hält sich beim Anbau an die aus dem 18. Jahundert überlieferten Texte. Das Ergebnis kann sich schmecken lassen: Die geernteten Safranfäden der Krokuspflanze überzeugen mit  einem einzigartigen aromatischen Geschmack. Nun ist der "Crocus austriacus" bei der internationalen Slow Food Organisation als Archeprodukt angeführt!

Das Archeprojekt ist in Österreich angekommen und das zum richtigen Zeitpunkt. Meinungsmacher in der Gastronomie orientieren sich immer mehr an regionalen Produkten. Umso schöner wenn die Würze der Speisen in Zukunft mit Safran aus Österreich perfektioniert wird. Die Chancen dafür stehen gut, den Archeprodukte müssen nicht nur fair und sauber erzeugt werden, sondern auch gut schmecken!


Projektträger:
Slow Food Wien - http://www.slowfoodwien.at
Arche Noah - http://arche-noah.at
Arche Austria - http://www.arche-austria.at/

Webshop für Arche Produkte:
http://www.vielfalt.com


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